THIEMs7: Weltklasse-Tennis vor (fast) leeren Rängen

Die Vorfreude bei Offiziellen, Spielern und Tennisfans war riesig. Mit dem Einladungsturnier „THIEMs7“, das Dominic Thiem gemeinsam mit Papa Wolfgang aus der Taufe hob, sollte wieder ein Stück Normalität nach dem Corona-Lockdown zurückkehren. Immerhin dürfen auch bis zu 500 Zuschauer pro Session in Kitzbühel mit dabei sein.

Hausherr souverän im Halbfinale
Und die Fans vor Ort sowie die Daheimgebliebenen vor den TV-Geräten bekommen trotz Absage von „Sandplatz-König“ Rafael Nadal, Publikumsliebling Gael Monfils und dem leider kurzzeitig mit dem Coronavirus infizierten Grigor Dimitrov Weltklasse-Tennis zu sehen. Vor allem der Hausherr selbst überzeugt mit grandiosen Geschossen und steht nach souveränen Siegen über den Norweger Casper Ruud, den Russen Andrey Rublev und den Deutschen Jan-Lennard Struff ohne einen Satz abzugeben im Semifinale.

Viele Plätze blieben bisher leer
Was aber doch den ein oder anderen verwundern dürfte, sind die vielen leeren Plätze im Stadion am Fuße des Hahnenkamms. Vor allem wenn die Nummer drei der Welt nicht am Platz steht, kann man die Zuschauer problemlos auf einen Blick zählen. Von den „500 limitierten Sitzplatzkarten“ liegen definitiv noch viele an der Kasse.

„Bodenlose Frechheit“
Doch was ist der Grund dafür? Ist es das Traumwetter in den Tiroler Bergen? Die Enttäuschung, dass Nadal doch nicht gekommen ist? Oder das Unverständnis für die Corona-Party bei der Adria Tour von Novak Djokovic? Geht es nach mehreren Tennis-Fans im Internet, ist der Grund woanders zu suchen. Und zwar bei den teuren Ticketpreisen. In diversen sozialen Netzwerken und auf einigen Plattformen machen die Daheimgebliebenen ihrem Ärger Luft. Sogar von „bodenloser Frechheit“ wird gesprochen.

Keine Ermäßigung für die Jugend
Und tatsächlich: 198 Euro für ein Tagesticket, 129 Euro für die Day Session oder 89 Euro für die Night Session erinnern eher an die im selben Format ausgetragenen ATP Finals in London, als an ein Show-Turnier. Dabei kommt man in die O2-Arena direkt an der Themse bei den besten acht Spielern der Saison sogar noch billiger in die Halle, als in Kitzbühel in das weite Rund. Am Platz darf man aber nicht Federer gegen Nadal oder Djokovic gegen Thiem bewundern. Die Partie könnte Roberto Bautista Agut gegen Dennis Novak heißen. Ohne deren Leistungen schmälern zu wollen, aber zumindest für die Jugend hätten sich die Veranstalter rund um Österreichs Nummer eins etwas einfallen lassen und wenigstens ermäßigte Tickets anbieten können.

Foto: Samuel Thurner

Noch keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Required
Required
Optional

XHTML: Du kannst diese Elemente nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>