„Tour ist wie Folter“: Petkovic überlegt Karriere zu beenden

Petkovic_SamuelThurner_web

Bitter! Ausgerechnet bei ihrem letzten Spiel in der Saison kassierte Andrea Petkovic die Höchststrafe. Zum ersten Mal in ihrer Karriere! Die durch eine Verletzung gehandicapte Deutsche verlor im chinesischen Zhuhai beim Abschlussturnier der Spielerinnen, die sich gerade nicht für die WTA-Finals in Singapur qualifizieren konnten, gegen die Spanierin Carla Suarez Navarro mit 0:6, 0:6. „Petko“ schied damit, nachdem sie zuvor gegen die Ukrainerin Elena Svitolina mit 6:7 (4), 3:6 verloren hatte, sang- und klanglos aus. „Ich rechne es ihr hoch an, dass sie auf dem Court geblieben ist. Sie hat das nicht für sich getan, sondern für die Fans und für mich“, meinte Suarez Navarro nach dem Match. „Nicht viele Spielerinnen im Tennis-Zirkus würden das in einer solchen Situation machen. Das ist ein trauriger Sieg für mich.“

„Ich muss wirklich herausfinden, ob ich weiter spielen will“

Für Petkovic selbst war die Niederlage nicht nur traurig, sondern vor allem äußerst deprimierend. In einem Einzel-Interview mit der WTA nach dem Match brach die frühere Top-Ten-Spielerin in Tränen aus, gestand mentale Probleme ein und stellte sogar die Fortsetzung ihrer Karriere in Frage. „Ich muss wirklich herausfinden, ob ich weiter spielen will. Ich hasse derzeit mehr Teile meines Jobs, als ich andere mag. In den letzten zwei, drei Monaten habe ich die Leidenschaft für den Tennissport verloren“, wird die derzeit an Position 24 der Welt gereihte Darmstädterin zitiert. Und die derzeit zweitbeste Tennisspielerin Deutschlands hinter Angelique Kerber meinte in bemerkenswerter Offenheit weiter: „Training, Turniere, Fitness und Physiotherapie. Es hat sich angefühlt wie Folter. Jede Minute.“ Petkovic macht keinen Hehl daraus, dass die Krankheit ihrer Mutter in diesem Jahr ihre Gefühlslage verschärft habe. „Als ich Zuhause war, habe ich mich wirklich glücklich gefühlt. Aber ab jener Minute, als ich wieder auf die Tour zurückgekehrt bin, war ich irgendwie deprimiert. So deprimiert, dass ich eigentlich überhaupt nicht mehr aus dem Bett kommen wollte.“ Bleibt zu hoffen, dass die ansonsten äußerst lebenslustige Deutsche wieder Freude am Tennis findet …

Foto: Samuel Thurner

Noch keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Required
Required
Optional

XHTML: Du kannst diese Elemente nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>