Tsitsipas schlägt Thiem und krönt sich zum ATP-König

2016 war Stefanos Tsitsipas im Finale des ITF-Future-Turniers im knapp 5000 Einwohner-Dörfchen Kramsach am Eingang des Tiroler Zillertals gegen den Deutschen Yannick Hanfmann noch chancenlos. Der damals frischgebackene Wimbledon-Sieger im Junioren-Doppel verlor mit 4:6, 4:6. Doch im selben Jahr durfte der junge Grieche als Sparringspartner von Dominic Thiem in der O2-Arena von London erstmals ATP-Finals-Luft schnuppern. Im Vorjahr siegte die Nummer sechs der Welt dann bei der Premiere der U21-WM, den Next-Gen-Finals in Mailand. Ein Jahr später darf Tsitsipas sich nun „König von London“ nennen.

Erster Satz ging an Österreicher
Nur Nuancen entschieden am Ende das Endspiel gegen Dominic Thiem, obwohl am Ende auch die rot-weiß-roten Tennisfans einsehen mussten, dass der junge Mann mit den langen Haaren über weite Strecken des Matches der bessere Spieler an diesem Abend war. In Satz eins brachte er den Österreicher in fast jedem Aufschlaggame in Bredouille. Zwar hatte auch der Schützling von Nicolas Massu Chancen zum Break, doch wie auch Tsitsipas gelang es keinem der beiden Akteure, dem anderen den Aufschlag abzunehmen. Und so musste das Tiebreak entscheiden: Österreichs Nummer eins zog in diesem schnell mit 5:2 davon, doch Tsitsipas kämpfte sich zurück und glich noch aus. Doch Thiem bewies Nervenstärke und holte sich den ersten Satz.

Grieche spielte sich in einen Rausch
Wer glaubte, dass der Satzgewinn Selbstvertrauen brachte und den French-Open-Finalisten frei aufspielen lässt, der irrte gewaltig. Denn das Gegenteil war der Fall: Tsitsipas packte plötzlich sein bestes Tennis aus und spielte sich regelrecht in einen Rausch. In Windeseile war der Satzausgleich nach zwei Breaks hergestellt.

Tiebreak brachte die Entscheidung
Im dritten Satz ließ Tsitsipas dann speziell beim Aufschlag etwas nach und Thiem kam wieder besser ins Spiel. Das Finale war schließlich an Spannung kaum zu überbieten. Jeder Punkte konnte die Entscheidung bringen. Und wieder musste das Tiebreak entscheiden. Diesmal mit dem besseren Ende für den Griechen, der nach zwei Stunde und 35 Minuten wahren Thriller über den 6:7 (6), 6:2 und 7:6 (4) jubeln durfte.

„Wir spielen den mental brutalsten Sport“
Nach Alexander Zverev im Vorjahr konnte als wieder ein 21-Jähriger bei seinem Debüt den inoffiziellen WM-Titel holen. Und dieser ging erstmals nach Griechenland. „Es war ein unglaubliches Match. Wir spielen den mental brutalsten Sport. Es war so knapp. Du hast dir diesen Sieg verdient und bist ein toller Spieler“, streute Thiem seinem Gegner nach der bitteren Niederlage Rosen. „Ich hoffe sehr, dass wir noch einige tolle Endspiele in der Zukunft gegeneinander spielen werden.“

Foto: Samuel Thurner

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