Tsonga gegen Pouille: Rein französisches Finale in Wien

Französische Festspiele im Finale der Erste Bank Open 500 in der Wiener Stadthalle. Der als Nummer acht gesetzte Jo-Wilfried Tsonga und Landsmann Lucas Pouille duellieren sich um den Einzeltitel bei den mit 2.621.850 Euro dotierten Turnier. Damit kommt es zum ersten Mal in der 43-jährigen Geschichte des Tennis-Klassikers zu einem rein französischen Finale. Tsonga besiegte im Halbfinale in der mit 9200 Zuschauern erneut ausverkauften Wiener Stadthalle den Deutschen Philipp Kohlschreiber nach einer Stunde und 46 Minuten mit 7:6 (4), 7:5, nachdem sich zuvor Pouille gegen den Briten Kyle Edmund in zwei Stunden und 17 Minuten mit 6:7 (7), 6:4, 6:3 durchgesetzt hatte.

Tsonga kämpft um London-Ticket

Für Tsonga, der 2011 den Titel in Wien geholt hatte und im Vorjahr im Endspiel dem Schotten Andy Murray unterlegen war, geht es um den bereits fünften Turniersieg in dieser Saison. Erst in der vergangenen Woche hatte der aktuelle Weltranglisten-15. beim ATP-Event im belgischen Antwerpen triumphiert. Mit einem Erfolg in Wien würde der 32-Jährige auch voll im Rennen um einen Platz bei den ATP Finals vom 12. bis 19. November in London bleiben. „Ich habe in dieser Woche gute Spiele gezeigt und bin froh, heute gewonnen zu haben. Es war ein gutes Spiel, ich habe stark aufgeschlagen und bin immer dran geblieben. London ist noch weit weg. Ich muss noch ein paar Spiele gewinnen, am besten gleich morgen das Finale“, betonte Publikumsliebling Tsonga, der in den direkten Duellen mit seinem Landsmann und Finalgegner mit 2:0 führt.

Erstes 500er-Finale für Pouille

Pouille gab in seinem Semifinal-Match gegen Edmund eine 4:0-Führung im Tiebreak des ersten Satzes noch aus der Hand und musste deshalb über die volle Dreisatz-Distanz gehen. „Es war heute sehr schwierig, weil Kyle hervorragend gespielt hat. Er hat viele Winner mit der Vorhand geschlagen. Ich bin froh, dass ich einen Weg gefunden habe, um ihn zu besiegen“, freute sich der 23-Jährige über den erstmaligen Einzug in das Endspiels eines ATP-500-Turniers. „Es wäre großartig, wenn ich hier meinen ersten 500er-Titel holen könnte. Man spielt ja Tennis, um große Titel zu gewinnen“, sagte Pouille, der sich von der Atmosphäre begeistert zeigte. „Die Stimmung hier ist großartig. Das war jetzt mein drittes Match auf dem Center Court und er war immer voll. Das passiert nicht so oft, dass jeden Tag so viele Leute kommen“, schwärmte der aktuelle Weltranglisten-25., der sich heuer die ATP-Turniertitel in Budapest und Stuttgart gesichert hat.

„Normalerweise drücke ich ihm die Daumen“

Zum Finale gegen seinen Davis-Cup-Teamkollegen meine Pouille: „Es ist etwas anderes, wenn man gegen einen guten Freund wie Jo spielt. Normalerweise drücke ich ihm ja die Daumen und wünsche mir, dass er bei seinen Spielen erfolgreich ist. Aber klar, wenn man selbst im Finale steht, dann will man das auch gewinnen.“

Foto: Stefan Ruef

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