Verwirrung, Wut, Verbote: Corona-Ärger bei den US Open

„Es ist abscheulich, wie sie uns behandeln. Hätte ich das gewusst, hätte ich niemals teilgenommen!“ Kristina „Kiki“ Mladenovic platzte nach ihrer 6:1, 6:7 (2), 0:6-Niederlage gegen die Russin Varvara Gracheva in der zweiten Runde der US Open der Kragen. Die Französin, die bereits mit 6:1 und 5:1 geführt und vier Matchbälle vergeben hatte, war stinksauer auf die Veranstalter. „Ich habe den Eindruck, dass wir Gefangene oder Verbrecher sind. Wir müssen bei jeder Bewegung Erlaubnis einholen, obwohl wir mittlerweile insgesamt 39 negative Corona-Tests vorweisen können“, meinte Mladenovic, die nach dem positiven Covid-19-Ergebnis ihres Landsmannes Benoit Paire offenbar in New York besonders unter die Lupe genommen wird.

Ausreise trotz Out verweigert
Doch nicht nur die Ex-Freundin von Dominic Thiem muss leiden, weil ein anderer am Virus infiziert ist, der seit Monaten die Welt in Atem hält. Die Belgierin Kirsten Flipkens hatte Kontakt mit Paire und darf, obwohl sie beim zweiten Grand-Slam-Turnier in diesem Jahr bereits im Einzel und Doppel ausgeschieden ist, nicht nach Hause fliegen. „Diejenigen, die zur Kontaktgruppe von Benoit gehörten müssen noch zwei Wochen lang hierbleiben, gerechnet ab dem letzten Kontakt mit ihm“, erklärte Flipkens ihren Fans auf Instagram. „Das bedeutet bis Freitag, den 11. September.“ Die Qualifikation für das Masters-1000-Turnier in Rom ist für die Belgierin damit in Gefahr.

Langes Warten auf Match-Beginn
Am Freitag sorgte die Corona-Infektion von Paire dann für gehörig Verwirrung. Das Match zwischen dem Deutschen Alexander Zverev und Adrian Mannarino, ebenfalls Kontaktperson des positiv getesteten Franzosen, startete mit einer knapp dreistündigen Verspätung. Der Gouverneur von New York soll kurzfristig ein Antreten von Mannarino verboten haben – und das, obwohl er ja schon zwei Matches in den Beinen hatte. Wie die französische Botschaft auf Nachfrage der „Süddeutschen Zeitung“ bestätigt haben soll, gab es vor dem Match Verhandlung rund um die Rückreise der Kontaktpersonen von Paire. Diese sollen offenbar nach deren Ausscheiden in ein und demselben Flieger nach Hause geschickt werden. Die USTA kommentierte den Vorfall mit einem knappen Statement: „Das Match Zverev-Mannarino wurde verschoben, weil heute ein kooperativer Dialog mit den Gesundheitsbehörden geführt wurde. Angesichts der Sensibilität der damit verbundenen medizinischen Fragen ist die USTA nicht in der Lage, weitere Einzelheiten zu nennen.“ Es bleibt spannend, wie die Corona-Pandemie die US Open bis zu den Finalspielen weiter beeinflusst …

Foto: Samuel Thurner

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