Warum eigentlich keine „Night-Session“ in Kitz?

Alex Antonitsch Kitzbühel Foto: Samuel Thurner

Die vergangene Woche in Kitzbühel zu Ende gegangenen Tennis-Austrian-Open haben sich laut Veranstalter als Erfolg erwiesen. Das größte Sandplatz-Turnier Österreichs konnte heuer einen Zuschauer-Zuwachs von 15 Prozent erreichen.34.000 Tennisfans bevölkerten das Areal. Laut Turnier-Direktor Alexander Antonitsch sei man auf einem „super Weg“, die Sponsoren und auch die Fans würden kommen. Auftrag für nächstes Jahr sei, noch mehr Tennisbegeisterte zu erreichen und noch mehr Vereine anzukurbeln, die auch heuer schon zahlreich mit Bussen angereist seien. „Tennis ist  in Kitzbühel wieder angekommen“, so Antonitsch.

Aufwertung durch Wimbledon

Ab 2015 wird  Wimbledon eine Woche später ausgetragen. Dies kommt auch dem Turnier in Tirol nicht ungelegen. Warum? Weil danach statt vier, nur mehr drei Wochen auf Sand gespielt wird – und das Turnier in Kitzbühel  damit aufgewertet  wird.

Seppi und Haas sollen Fans anlocken

Doch schon 2014 soll das Event am Fuße der Streif noch attraktiver werden: Mit Andreas Seppi könnten auch die  Tennis-Fans aus Südtirol angelockt werden, Publikums-Magnet Tommy Haas will die Sandplatz-Saison ausdehnen und würde bestimmt viele Deutsche in die Gamsstadt locken. Die Aussichten für das 250er-Turnier scheinen also rosig.

Störfaktor Fernsehrechte  

Doch sind diese zwei Zugpferde genug um das Turnier noch attraktiver zu machen? Wer die Austrian-Open unter anderem im Fernsehen verfolgte, war von der Kulisse wohl eher enttäuscht. Bis auf das Generationenduell zwischen Dominic Thiem und Jürgen Melzer schienen die Ränge am Centre Court beinahe vollkommen leer. Auch kein Wunder bei höllischen Temperaturen von über 35 Grad. Die Glücklichen, die ihre Zeit nicht in stickigen Büros verbringen mussten, zog es eher ins erfrischende Freibad, als in die Tennis-Arena. Viele fragen sich, warum sich die Verantwortlichen in Kitzbühel nicht ernsthaft überlegen eine „Night-Session“ ins Programm aufzunehmen. Damit würde man sich bestimmt von einigen Turnieren abheben. Ohne Flutlicht wären zwei Spiele bei angenehmeren Temperaturen für Spieler und Publikum durchaus möglich. Und auch nach einem erholsamen Tag im Schwimmbad oder einem weniger angenehmen Tag bei der Arbeit, würden bestimmt einige danach auch zum Tennis strömen. Wie man hört, liegt es an den Fernsehrechten von Eurosport. Auf diese Gelder will in Kitzbühel natürlich niemand verzichten. Mit Eintrittsgeldern würde man dies wohl nicht wettmachen können. Doch mit einer guten Vermarktung könnte man die Macher bei Eurosport zumindest zu überzeugen versuchen, dass auch das Fernsehpublikum lieber volle Stadien als leere Ränge betrachtet. Und vielleicht würde man es mit einer Idee, die einem von den restlichen Turnieren abhebt, schaffen, ein noch größeres Zugpferd als Seppi oder Haas in die Gamsstadt zu locken.

Foto: Samuel Thurner

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