Welcome home!

„Wissen Sie wann er kommt?“, fragte mich aufgeregt eine ältere Dame in charmantem Schwyzerdütsch. Sie brauchte mir nicht lange erklären, wen sie mit „Er“ meinte. Doch leider konnte ich ihr nicht weiterhelfen. Bereits um 15 Uhr bildeten sich lange Menschentrauben vor dem Spielereingang der St. Jakobshalle in Basel. Alle wollten nur ihn sehen, ein Autogramm erhaschen oder sogar ein Foto mit ihm machen. „Das letzte Mal als wir ihn beim Fanclubtreffen sahen, ließ er uns drei Stunden warten. Aber ich sagte zu ihm: ,Für dich warte ich mein ganzes Leben'“, plauderte ein eingefleischter, etwa 60 Jahre alter weiblicher Fan aus dem Nähkästchen. Ihre Freundinnen lachten und beneideten die Dame, die den magischen Moment bereits erleben durfte.

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Es vergingen Minuten, ja sogar Stunden. Mittlerweile war es 17.30 Uhr. Tomas Berdych, immerhin die Nummer 2 des Turniers, marschierte unerkannt an der Menschenmasse vorbei, der Schweizer Stanislas Wawrinka musste zumindest zwei bis drei Autogramme schreiben und der Sänger Udo Jürgens, der für den Show-Act am Super Monday verantwortlich war, wurde sogar mit leisem Applaus und ein paar rote Rosen begrüsst. Doch die meisten warteten auf einen anderen. Als einige das Warten bereits leid hatten und am Center Court „17 Jahr`blondes Haar`“ geträllert wurde, rollte kurz vor 18 Uhr ein weißer Mercedes an, bog allerdings eine Seitenstraße zu früh ab und steuerte einen anderen Eingang als viele erwartet haben an. Einige versuchten zwar noch einen Blick zu erhaschen, aber selbst sie kamen zu spät. Der Hauptdarsteller des heutigen Abends – oder besser gesagt die Sicherheitsleute – hatten alle genarrt. Traurig schlenderten die noch Verbliebenen in die Halle, um zumindest noch ein paar Töne von Udo Jürgens zu hören.

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Als dann ihr Hero aber kurz nach 18.30 Uhr den Center Court betrat, kannten die Jubelstürme keine Grenzen mehr und diejenigen, die zuvor enttäuscht wurden, hatten ihrem Helden längst schon verziehen. Spätestens nach der Begrüßung des Stadionsprechers: „Welcome home, Rotscher Federer!“

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Fotos: Samuel Thurner

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