Wenn aus Tennis-Mamas Modemacherinnen werden

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Als Vater von zwei kleinen Mädchen weiß ich, worauf es beim Tennis in erster Linie ankommt. Um die Kleinen für den Sport mit dem Schläger und den gelben Filzkugeln zu begeistern, muss das Outfit stimmen. Kurze Hosen sind etwas für Burschen. Es muss schon ein Kleid sein – oder zumindest ein Rock – damit sich die kleinen Prinzessinnen am Platz wohl fühlen. Am liebsten natürlich in pink. Ansonsten besteht nämlich die Gefahr, dass der Nachwuchs bald lieber zum Ballett geht, als zum Tennistraining. Doch passende Sportkleidung für Kinder zu finden, ist schwierig. Auch im sonst immer hilfsbereiten Internet stößt man bald an die Grenzen. Und wird man doch irgendwann fündig, passen entweder der Rock nicht, das Oberteil ist zu weit oder die einzelnen Teile lassen sich nur schwer miteinander kombinieren. Ähnlich erging es wohl vor einigen Jahren Diplom-Kauffrau Gabi Windisch und Modedesignerin Nadine Lux. Weil die beiden Damen nichts passendes für ihre tennisbegeisterten Kids fanden, entschieden sie sich kurzerhand selbst Kinder-Tenniskleidung zu entwerfen und gründeten ihr eigenes Mode-Label. Die Marke „Sportkind“ war geboren.

Unternehmen entwickelte sich aus der Not

Tennis spielte bei Familie Windisch schon seit eh und je eine große Rolle. Ehemann Alexander spielte zu Zeiten von Boris Becker auf der Tour und wurde unter anderem Deutscher Vizemeister. Kein Wunder also, dass seine beiden Töchter Zoe und Emily den Tennisvirus regelrecht in die Wiege gelegt bekamen. Doch rasch bemerkte die Familie, wie dürftig das Angebot an funktioneller Sportkleidung für Kinder war. Als Gabi Windisch erfuhr, dass auch die Kinder von Nadine Lux Tennis spielten, zögerte sie keine Sekunde und sprach die Designerin an. Damit begann die grandiose Erfolgsgeschichte von „Sportkind“ mit Sitz im bayerischen Augsburg. 2010 gingen die ersten Musterteile in Produktion. „Wir wollten auf die Bedürfnisse von Kindern und Müttern eingehen, Zwischengrößen und verstellbare Rockbünde anbieten sowie Taschen auch in Mädchenkleidung einnähen“, erinnern sich die beiden Neo-Unternehmerinnen. Lux zeichnete und präsentierte die damals noch kleine Kollektion mit Hilfe ihrer Kinder bei regionalen Tennisturnieren. Die praktische und äußerst stylische Kleidung von „Sportkind“ sprach sich schnell in der Szene herum.

Hochwertige Materialien in zahlreichen Farben

Nachdem sich die beiden Geschäftsführerinnen bei Fachmessen bezüglich Materialien umschauten, fanden sie schnell einen italienischen Anbieter von hochwertigen Microfaserstoffen mit einer riesen Farbpalette. Obwohl ihnen lieber gewesen wäre, die Outfits in Deutschland nähen zu lassen, entschieden sich Windisch und Lux aufgrund zu hoher Kosten nach einem „Gastspiel“ in der Tschechei nun für einen Produzenten in Slowenien. „Unseretwegen haben die dort Leute eingestellt, ein schönes Gefühl“, meint Lux.

Nicht nur Mode für Kinder und Tennis

Mittlerweile hat sich das Unternehmen zu einem wahren Kassenschlager entwickelt. Es wird nicht nur mehr Tennismode für Kinder gemacht, sondern auch für Erwachsene. Zudem entwirft Sportkind auch Kleidung für Sportarten wie Hockey, Turnen und Golf. Und der Erfolg gibt den beiden Powerfrauen recht. Bereits ein Viertel der zahlreichen Pakete, die jährlich Augsburg verlassen, werden ins Ausland geliefert – Tendenz steigend. Und wer weiß, vielleicht kann Sportkind in wenigen Jahren auch mit den Global-Playern wie Adidas oder Nike mithalten …

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Fotos: Sportkind, Samuel Thurner

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