Wenn man statt an die Eitelkeiten an die Jugend denkt …

Yoga - Ferienzug 2015 - Innsbruck - Foto: Sarah Peischer

Es ist fast so, als würden die beiden Wiener Fußball-Traditionsvereine Rapid und Austria gemeinsame Sache machen. Eine Fusion zwischen dem Arbeiterclub ITC (Innsbrucker Tennis Club, gegründet 1969) und dem altehrwürdigen IEV (Innsbrucker Eislaufverein, 1904 entstand die Tennissektion) – zwei seit Jahrzehten politisch getrennte Vereine – steht kurz bevor. Ein Schritt, der vor allem auch deshalb notwendig wird, weil die Stadt Innsbruck das rund acht Hektar große Champagnereiter-Areal in der Tiroler Landeshauptstadt neugestaltet und auf der derzeitigen Anlage des ITC Wohnungen entstehen sollen. Dafür nimmt die Stadt auch viel Geld in die Hand. Denn anstatt der in die Jahre gekommenen Anlage des IEV soll für mehrere Millionen Euro ein Tenniszentrum entstehen, das laut ITC-Obmann Gregor Gollmayer „in Österreich hoffentlich seines Gleichen suchen wird“. „Die Verantwortlichen der Stadt müssen sich auch bewusst sein, dass sich etwa 3500 neue Bürger im Stadtteil Reichenau niederlassen werden, die solche Infrastrukturen dann auch in Anspruch nehmen“, meint der ITC- Boss.

Topmoderne Anlage für künftige Generationen

„Wir geben eine fast 50-jährige Tradition auf“, meint Gollmayer. „Es ist in meinen Augen aber eindeutig die richtige Entscheidung, wenn man an die Zukunft denkt. Ein Neustart, der speziell den folgenden Generationen zugute kommen soll.“ Zu den bestehenden elf Freiplätzen sind in diesem Sektor neben einer topmodernen Halle mit vier Plätzen, zwei Hartplätzen, einem Center Court und einem Clubhaus unter anderem auch Geschäfte, ein Wohnblock, ein Fitnessstudio sowie soziale Einrichtungen geplant. „Ende 2018 könnte die Anlage fertig sein“, hofft der ITC-Obmann, der von seinen Mitgliedern eine einstimmige Generalvollmacht für künftige Entscheidungen anvertraut bekam. Bis dahin müssen die Vereine noch einem nun bevorstehenden Planungsprozess zustimmen. Anschließend wird ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Viel Zeit also, damit die Mitglieder der beiden Vereine zusammenwachsen können. „Wir gehen ein hohes Risiko ein. Denn wir geben unsere Anlage auf, während der IEV lediglich ein, zwei Jahre zu uns ausweichen wird müssen. Aber es ist eine einmalige Chance, unseren geliebten Sport voranzutreiben.“

Babsi Schett von Fusion begeistert

Und was sagt Babsi Schett, ehemalige Nummer sieben der Welt und beste Tennisspielerin Österreichs aller Zeiten zum Ende ihres Stammvereines ITC? „Ich finde die Fusion der beiden Vereien gut. Schließlich waren auch die Mitgliederzahlen nicht mehr die, die sie einmal waren. Das Clubleben wird lebendiger und auch ein topmodernes Tenniszentrum entsteht. Eine super Sache!“ Eine Fusion, die auch eindrucksvoll beweist, dass man Eitelkeiten beseite legen kann – in der Hoffnung in einigen Jahren vielleicht gemeinsam einem Roger Federer oder einer Serena Williams auf den großen Plätzen der Welt zuzujubeln. Ein Modell, das wahrscheinlich auch in anderen Städten erstrebenswert wäre.

Foto: Sarah Peischer

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